Spitzenpositionen (Signale 1971-2)

Welche Düsenbestückung fahren wir? Gries (rechts) und Copilot Würfel bei letzten Einstellungshandgriffen vor dem Start.

Im Europameisterschaftslauf Rallye DDR - 11. Pneumant-Rallye

Der 2. Platz im Gesamtklassement, zwei Klassensiege und der Sieg bei den Fabrikteams —

das ist die hervorragende Bilanz, die von den Fahrern der Sportabteilung des VEB Automobilwerk Eisenach auf WARTBURG 353 gegen prominente Teilnehmer mit hochfavorisierten Wagenfabrikaten im dritten Wertungslauf zur Europameisterschaft 1971 erzielt wurde.

Ideale Wetterverhältnisse und trockene Straßen, über 2200 km Langstrecke und 15 Bestzeitprüfungen gaben der Rallye DDR ihr Austragungsgepräge. Aus der VR Polen, der Ungarischen VR, Dänemark, Schweden, der BRD sowie der gastgebenden DDR standen 114 Konkurrenten am Start, davon beendeten 69 den Wettbewerb.

Culmbacher/Ernst auf einer SprintstreckeBei dem für EM-Läufe vorgeschriebenen Reglement konzentrierten sich die Erfolgsaussichten auf die Equipen mit den höchsten Fahrleistungen. Großer Favorit war von vornherein Ex- Europameister Zasada mit Copilot Wedrychowski auf einem ca. 190 PS leistenden BMW 2002 ti. Das gleiche Modell war noch mehrfach vertreten, dazu außerdem so stark motorisierte Wagen wie Ford Capri 2300 GT, Opel Rallye Kadett, 1500er Fiat 125 p und andere.

Der Verlauf der Veranstaltung zeigte jedoch, daß nicht bloß die höchste PS-Zahl entschied, sondern — neben fahrerischer Qualifikation — die gesamte technische Leistungspalette der Wagen.

Daraus resultieren bei dieser ausgesprochenen „schnellen" Rallye die Erfolge auf WARTBURG 353.

Freilich war Zasada auf seinem Hochleistungswagen nicht zu schlagen. Aber es ist sehr aufschlußreich, daß die Eisenacher Gries/Würfel hinter Zasada und zwei weiteren 3MW - 2002 - ti - Konkurrenten aus den geschwindigkeitsentscheidenden Sonderprüfungen als Viertschnellste hervorgingen und als Erste ohne Verlustpunkte die Langstreckenwertung bestanden. Daher belegten sie den 2. Platz im Gesamtklassement. Ihre Stallgefährten Culmbacher/Ernst, ebenfalls auf einem WARTBURG 353 der Gruppe 2, fuhren Platz 6 heraus, während Hommel/Bork und Strehlow/Malsch mit ihren WARTBURG 353 der Serientourenwagen-Gruppe 1, alle ohne Langstreckenpunkte, sich auch noch ganz vorn im Gesamtklassement etablieren konnten und damit den Sieg in der Wertung der Fabrik- und Clubmannschaften untermauerten.

 

Bild oben: Welche Düsenbestückung fahren wir? Gries (rechts) und Copilot Würfel bei letzten Einstellungshandgriffen vor dem Start.

Bild unten: Culmbacher/Ernst auf einer Sprintstrecke.